Zwänge – Hilfe für ein oft verheimlichtes Leiden

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Autor:

Burkhard Ciupka

Titel/Produkt:

Zwänge – Hilfe für ein oft verheimlichtes Leiden

btonline.de Beschreibung/Rezension:

Der Ratgeber „Zwänge – Hilfe für ein oft verheimlichtes Leiden“ verfasst von Burkhard Ciupka behandelt das Thema Zwangsstörungen. Dies sind Personen, die gegen ihren eigenen Willen bestimmte Handlungen exzessiv wiederholen müssen, beispielsweise der unkontrollierbare Drang, sich zu waschen, Dinge zu sammeln oder zu kontrollieren. Er beschreibt das Thema in fachlich sehr kompetenter, anschaulicher und verständlicher Weise. Es ist ein praktischer Ratgeber, für diese vierthäufigste seelische Störung, die ein Problem von der Kindheit an bis ins hohe Alter darstellen kann. Er ist sowohl für Betroffene als auch Angehörige geeignet, als auch für Personen die sich einen Überblick über das Störungsbild machen wollen, um so zu erfahren, was genau Zwangsstörungen eigentlich sind. Dabei werden stets viele Fallbeispiele dargestellt, um die Theorie noch einmal besser zu veranschaulichen und so Praxisnähe zu erzeugen.

Der Ratgeber basiert dabei auf der jahrelangen Erfahrung der Beratungspraxis der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen. Der Autor des Buches war dort selbst jahrelang Geschäftsführer und ist nun deren leitender Psychologe, wodurch durchgängig die Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit und Beratung und ein hohes Maß an Kenntnis hinsichtlich der Selbsthilfegruppen und dem Alltag der Betroffenen sichtbar werden.

Anliegen des Ratgebers ist es nun also vorwiegend, für die Zwangserkrankung, an der etwa eine Millionen Deutsche leiden, zu sensibilisieren. Dadurch soll es ermöglicht werden, sie früher zu erkennen, da dies eben oft viel zu spät geschieht, weil sie oft von den Betroffenen „versteckt“ wird. Dies ist besonders wichtig, da eine solche Erkrankung frühzeitiger, intensiver und langfristiger psychosozialer Versorgung bedarf. Aber Ziel ist es auch, Betroffenen Mut zu machen und sie zu ermutigen, möglichst schnell angemessene Hilfe zu suchen und ihnen so den kürzesten Weg in eine kompetente Behandlung zu weisen. Genauso soll auch den Betroffenen und Angehörigen aufgezeigt werden, was sie tun können, um das Problem erfolgreich zu bewältigen.

Neben den Symptomen zur Früherkennung widmet sich das Buch zunächst einer genauen Erklärung, was Zwangserkrankungen überhaupt sind und was sie für eine Auswirkung auf das soziale Umwelt des Betroffenen ausübt.

Auch der Suche nach möglichen Ursachen wird nachgegangen. Dabei werden zum einen neurobiologische Ursachen, also Hirnfunktionsstörungen, als auch psychosoziale Faktoren, wie besondere Lebensereignisse, als auslösende bzw. aufrechterhaltende Faktoren betrachtet, wobei diese Erklärungsmöglichkeiten immer entlang wissenschaftlicher Befunde geschildert werden.

Auch der Verlauf und die Entwicklung der Erkrankung wird dargestellt. Dieser verläuft oft chronisch und kann eine vielfältige Assoziation mit anderen psychiatrischen Störungen, wie bspw. Depression oder Suchterkrankungen, aufweisen. Ebenso werden Behandlungsmöglichkeiten und erprobte und derzeit gängige therapeutische Methoden, wie Gesprächs-, Familien- und Verhaltenstherapie oder die Psychoanalyse, als auch die Pharmakotherapie, erläutert. Auch schildert der Ratgeber einen Überblick über Selbsthilfemaßnahmen, also was sie leisten und wie sie ablaufen, die möglicherweise nach dem Abschluss einer Therapie hilfreich wären.

Abschliessend folgt dann noch die Möglichkeit einer Selbstuntersuchung, mittels eines kurzen Testes.