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Heroinsucht

Abhängigkeit von illegalen Drogen

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Heroinabhängigkeit (Heroinsucht) Eigenschaften

Heroin (Diacetylmorphin) wurde auf der Suche nach Substanzen ohne Suchtpotential entdeckt. Es sollte vor allem Morphinsüchtige von ihrer Abhängigkeit heilen. Aufgrund der heroischen Wirkungen, die man dem Arzneimittel zuschrieb, nannte man es Heroin.

Die Heroingewinnung erfolgt aus Opiumrohmasse durch Erwärmen der Morphinbase mit Essigsäureanhydrid oder Acetylchlorid. Rohopium enthält 25 verschiedene Wirkstoffe (Alkaloide). Der stärkste und aus medizinischer Sicht wichtigste Bestandteil ist mit zehn bis zwölf Prozent das Morphin, das in seiner reinen Form auch Morphium genannt wird. Andere Alkaloide sind das Narkotin (5,0 bis 6,0 %), Kodein (0,15 bis 1,0 %), Papaverin (0,1 bis 0,4 %) sowie das Narcein, das Thebain, Laudanosin, Xanthalin und Noscapin. Heroin ist ein weißes, kristallines Pulver, das die sechsfache Morphinwirkung besitzt.

Heroin wird im menschlichen Körper in Morphin umgewandelt wird. Aufgrund seiner guten Fettlöslichkeit kann es die Blut-Hirn-Schranke leicht passieren, was zu einem schnellen Konzentrationsanstieg im Gehirn und dem dafür typischen "Kick" führt. Epidemiologie

Nach dem Drogen- und Suchtbericht des Bundesgesundheitsministeriums (BMG), haben von den 18- bis 59jährigen Westdeutschen 14,2 % zumindest einmal im Leben eine illegale Droge genommen, wobei der Anteil der Männer (17,1 %) deutlich höher ist als der der Frauen (11,3 %). In Ostdeutschland berichten nur knapp 5 % der 18- bis 59jährigen über den Konsum von zumindest einer illegalen Droge.

Im Vergleich dazu haben etwa 0,6 % der Bevölkerung im Alter von 18 bis 39 Jahren in den alten und 0,1 % in den neuen Bundesländern im Laufe ihres Lebens Erfahrung mit Heroin gemacht. Die Werte bezüglich des Konsums während der letzten 12 Monate sind deutlich kleiner. Die meisten Erfahrungen werden im Westen in der Altersgruppe der 25- bis 29jährigen gemacht, im Osten bei den 18- bis 24jährigen.

Die Zahl der erstauffälligen Heroinkonsumenten sank nach Angaben des Bundeskriminalamtes (BKA) um 9 % von 8.659 im Jahr 1998 auf 7.877 in 1999, ein Trend, der schon in den letzten Jahren zuvor beobachtet werden konnte. Gleichzeitiger Alkoholkonsum und Alkoholabhängigkeit wird bei Heroinabhängigen häufig angetroffen. Am weitesten ist Heroinkonsum in großstädtischen Bereichen verbreitet. Prävalenzraten und Beschlagnahmungen liegen in ländlichen Gebieten deutlich niedriger. Auch ist Heroingebrauch in den neuen Ländern seltener als in den alten Ländern.

Von den Jugendlichen, von denen ein Fünftel in ihrem Leben bereits einmal oder mehrmals eine oder mehrere illegale Drogen genommen haben, lehnen fast alle die Einnahme von Heroin ab.

Risiken

Heroinkonsum führt bereits nach kurzer Zeit zur psychischen und körperlichen Abhängigkeit. Durch die schnelle Gewöhnung an das Rauschgift kommt es zu schnellen Dosissteigerung. Der Betroffene benötigt den Suchtstoff immer häufiger und in immer größeren Mengen. Bei Nichteinnahme treten Entzugserscheinungen auf. Die Dauer der Heroinwirkung beträgt etwa 4 bis 6 Stunden.

Folgen des Heroinmissbrauchs sind Antriebslosigkeit, Passivität, Stimmungslabilität und Leistungsverlust. Zwischenmenschliche Beziehungen werden vernachlässigt und aufgegeben. Die Kontakte beschränken sich zunehmend auf das Drogenmilieu. Die Betroffenen verlieren das Verantwortungsgefühl für sich und andere und können den Ansprüchen des Berufslebens oder der Schule nicht mehr genügen. Im weiteren Verlauf kommt zu einer sozialen Abkapselung und zu einem Verlust der Persönlichkeit. Die Suizidgefahr ist hoch.

Bei Überdosierung führt Heroin zum Tod durch Ersticken. Todesfälle treten aber infolge körperlicher Schäden oder als Unfallfolgen auf. Tabelle 1 gibt eine Übersicht über die Auswirkungen und Risiken des Heroinmissbrauchs.

Tabelle 1: Auswirkungen und Risiken des Heroinmissbrauchs Heroin Auswirkungen Risiken

Gewinnung aus Morphin, hohe schmerzstillende und euphorisierende Wirkung. Leeregefühle, Sorgen, Unwille und Angst verschwinden schon kurz nach der Einnahme.

Heroin Auswirkungen Risiken

Gewinnung aus Morphin, hohe schmerzstillende und euphorisierende Wirkung. Leeregefühle, Sorgen, Unwille und Angst verschwinden schon kurz nach der Einnahme.

  • Symptome kurz nach Einnahme: Stimulation, Euphorisierung, Reaktionsverlangsamung, Rückzug auf das innere Erleben, Abkapselung, Analgesie
  • Wirkungen nach einigen Tagen: Gewöhnung mit Toleranzsteigerung und Abhängigkeit mit Intoxikation.
  • hohes Abhängigkeitspotential
  • Entwicklung psychischer und physischer Abhängigkeit mit schneller Dosissteigerung
  • Kennzeichen chronischer Intoxikation: Blutdruckabfall, Müdigkeit, Miosis, Gewichtsverlust, Obstipation, Impotenz, Frösteln, Zittern, fahle Haut, Haarausfall, Ataxie, Stimmungslabilität, Leistungsabfall, soziale Depravation
  • Dauer des Entzugs: 2 Wochen und länger je nach Schwere der Abhängigkeit
  • Entzugssymptome: weite Pupillen (Mydriasis), Schwitzen Tränenfluß, Nasenlaufen, Unruhe, Zittern, Angstzustände, Gliederschmerzen, Muskelkrämpfe, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Durchfälle, Tachykardie, selten symptomatische Psychosen

November 26, 2010 von admin

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