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Bachblütentherapie

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Bachblütentherapie

Die Blütentherapie wurde von dem englischen Arzt Dr. Edward Bach (1886 - 1936) entwickelt. Sie geht davon aus, dass jeder Krankheit eine Störung des seelischen Gleichgewichts vorausgeht. Diese Störungen äußern sich in Gefühlsmustern wie u. a.
Angst, Sorgen und Depressionen. Ziel der Therapie ist die Wiederherstellung des seelischen Gleichgewichtes durch Einnahme
individueller Mischungen aus 38 Bach-Blütenessenzen.

Nach seinem Studium der Medizin, beschäftigte sich Bach mit der Immunologie und Homöopathie. In den Jahren von 1919 bis 1922 arbeitete Bach als Krankenhausarzt und Bakteriologe am Homöopathischen Krankenhaus in London und beschäftigte sich mit der Erforschung der menschlichen Darmflora. Dabei entdeckte er, dass die Darmflora der Patienten, die unter demselben psychischen Problem litten, in der gleichen Weise verändert war. Ausgehend von dieser Erkenntnis entwickelte Bach eine Impftherapie auf homöopathischer Basis, mit der er große Erfolge hatte Richter (1998).

Geprägt von dem psychoanalytischen Konzept C. G. Jungs, nahm die psychische Komponente von Erkrankungen bei Bachs Studien immer größeren Raum ein. Bach sah Krankheit mehr und mehr als Folge einer Disharmonie zwischen Körper und Seele an und forschte nach Möglichkeiten für eine Behandlung der ursächlichen psychischen Störung. Im Jahre 1930 gab er seine Praxis auf, um sich in der walisischen Abgeschiedenheit ganz der Erforschung der Natur zu widmen. Dort entwarf er sein System psychisch definierter Persönlichkeitstypen und der dazugehörigen Heilpflanzen. Wie o. a. ging Bach davon aus, dass Krankheit das Ergebnis von "negativen" Seelenzuständen ist, die durch Unzulänglichkeiten wie z. B. Stolz, Grausamkeit, Hass, Egoismus, Unsicherheit und Habgier entstehen. Heilung bedeutete für ihn, Beseitigung und Umwandlung dieser Unzulänglichkeiten in Tugenden, und zwar durch geistige und spirituelle Bemühungen.

In den Blütenessenzen sollen die konzentrierten energetischen und geistigen Kräfte der Pflanze enthalten sein. Diese Energie soll Blockierungen im bioenergetischen Feld des Menschen beseitigen, indem sie "die Kanäle für die Botschaften des spirituellen Selbst öffnet", so dass der Weg zur Genesung frei wird. In der Veröffentlichung "Some Fundamentals of Desease and Cure" schrieb Bach: Die pflanzlichen Heilmittel hätten "die Kraft, die Schwingungsfrequenz in unserem Körper zu erhöhen und so mit der spirituellen Energie in Kontakt zu bringen, die unseren Körper und Geist reinigt und die Heilung bringt". In einem Prospekt über "Bachblüten" heißt es: "Ist die Seele gesund, so wirkt sich das, wie wir heute wissen, natürlich auch auf den Körper aus. Bei den Bachblüten sind die körperlichen Symptome zweitrangig. Zu behandeln sind lediglich die Charakterschwächen. Bei Einnahme der richtigen Blütentropfen können die körperlichen Symptome, die damit in Verbindung stehen, mit ausheilen."

Bach unterscheidet insgesamt 38 "negative" Seelenzustände und entsprechend insgesamt 38 Blütenessenzen. In seinem Buch "Blumen, die durch die Seele heilen" beschreibt er die einzelnen Zustände und ihre Verbindung mit den Blüten und unterteilt sie in sieben Hauptgruppen:

  • Blüten für diejenigen, die Angst haben
  • Blüten für diejenigen, die an Unsicherheit leiden
  • Blüten für diejenigen, die ein ungenügendes Interesse für Gegenwartssituationen haben
  • Blüten für diejenigen, die einsam sind
  • Blüten für diejenigen, die gegenüber Einflüssen und Ideen überempfindlich sind
  • Blüten, für diejenigen, die unter Mutlosigkeit und Verzweiflung leiden
  • Blüten, für diejenigen, die um das Wohl anderer zu sehr besorgt sind

Die Blütentherapie erfreut sich auch in Deutschland einer immer größeren Beliebtheit, obwohl Bachblüten in Deutschland nicht hergestellt werden dürfen, weil sie weder zugelassen noch registriert sind. Dementsprechend gibt es keine rechtliche Grundlage für die Bachblütentherapie. Bachblüten sind jedoch in der EU generell verkehrsfähig, da sie in England zugelassen sind. Daher ist der Bezug aus England zum Eigengebrauch zulässig.

Eine systematische wissenschaftliche Untersuchung der Blütentherapie steht bislang noch aus. Objektivierbare Untersuchungen scheitern vor allem an der Schwierigkeit, dass die Wirkungen der Blütenmittel vorwiegend psychisch sind. Bachs Beschreibung der 38 Seelenzustände entspricht weder den Erkenntnissen der Psychologie noch haben diese Zustände etwas mit "Charakterschwäche" zu tun. Es gibt in der Naturheilkunde einige Pflanzen, die auf das vegetative Nervensystem und die Psyche wirken. Dazu gehören u. a. Baldrian, Johanniskraut, Kava, Hopfen und Melisse. Die psychisch/mentalen Wirkungen (konzentrierte energetische und geistige Kräfte) der von Bach ausgewählten Pflanzen sind weder in der Schulmedizin noch in der Homöopathie bekannt. Sie sind auch nicht dem volksheilkundlich-naturheilkundlichen Erfahrungsschatz zuzuordnen. Die Pflanzenauswahl ist demnach nicht wissenschaftlich zu begründen. Die unstrittigen Erfolge, die mit der Blütentherapie bei Wiederherstellung des seelischen Gleichgewichtes erreicht werden, scheinen daher eher ein Ergebnis der Zuwendung durch den Therapeuten zu sein als das Ergebnis der Einnahme der Blütenessenzen. Die Blütentherapie hat keine bekannten negativen Wirkungen, solange keine anderen erforderlichen Behandlungsmaßnahmen vernachlässigt oder versäumt werden.

November 26, 2010 von admin