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Europäisches Zertifikat für Psychotherapie

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Europäisches Zertifikat für Psychotherapie: Kriterien und Vorgehensweise für die Verleihung -

Dieser Artikel befasst sich mit der Psychotherapieausbildung (siehe auch zum Überblick über entsprechende Angebote auf dem Markt: Angebote zur Therapieausbildung!). Im folgenden wollen Wir speziell auf die europaweite Angleichung der Ausbildungsstandards eingehen. Das Europäische Zertifikat für Psychotherapie wurde vom Vorstand des Europäischen Verbandes für Psychotherapie (EAP) genehmigt und von den Delegierten auf der Generalversammlung in Rom im Juni 1997 angenommen. Die Generalversammlung des Europäischen Verbandes für Psychotherapie hat am 29. Juni 1997 in Rom die Vorlage genehmigt.

Der Europäische Verband für Psychotherapie wurde im Jahre 1991 in Wien, Österreich, gegründet. PsychotherapeutInnen aus Deutschland, Schweiz, Ungarn und Österreich waren Gründungsmitglieder; mittlerweile bereichern den Verband KollegInnen aus Belgien, Bulgarien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Kroatien, Litauen, Niederlande, Polen, Rumänien, Rußland, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien und Ukraine. Der Europäische Verband für Psychotherapie vereinigt 160 Organisationen (13 nationale Dachverbände) aus 26 europäischen Ländern und damit mehr als 50.000 PsychotherapeutInnen. Die Mitgliedschaft steht auch PsychotherapeutInnen als Einzelmitglieder offen.

Dem EAP ist es ein Anliegen, die Interessen dieses Berufsstandes und der Menschen, denen er dient, zu schützen, indem gewährleistet wird, dass der Beruf nach bestimmten Standards, was Ausbildung und Praxis betrifft, ausgeübt wird. Eines seiner unmittelbaren Ziele ist es, das "europäische Zertifikat für Psychotherapie" (European Certificate of Psychotherapy) zu etablieren, das garantieren soll, dass PsychotherapeutInnen nach den EAP-Normen ausgebildet sind, und dass die Mobilität der PsychotherapeutInnen innerhalb der Europäischen Union gewährleistet wird.

Europäisches Zertifikat für Psychotherapie 1. Straßburger Deklaration zur Psychotherapie von 1990  

Die Straßburger Deklaration zur Psychotherapie ist die Grundlage des EAP, in der er sich verpflichtet, innerhalb Europas Psychotherapie als einen entsprechenden und unabhängigen Berufsstand zu etablieren.*

1.1 

Psychotherapie ist eine eigenständige wissenschaftliche Disziplin, deren Ausübung einen selbständigen und freien Beruf darstellt.

1.2 

Die psychotherapeutische Ausbildung erfolgt auf hohem, qualifiziertem, wissenschaftlichem Niveau.

1.3

Die Vielfalt der psychotherapeutischen Verfahren wird zugesichert und garantiert.

1.4 

Eine vollständige psychotherapeutische Ausbildung umfasst Theorie, Selbsterfahrung und Praxis unter Supervision. Über andere psychotherapeutische Verfahren werden ausreichende Kenntnisse erworben.

1.5 

Der Zugang zur Ausbildung erfolgt über verschiedene Grundausbildungen und Studien, insbesondere in Human- und Sozialwissenschaften.

 

Strassburg, den 21. Oktober 1990

* Im Einklang mit den Zielen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie mit dem in der Europäischen Union (EU) geltenden und im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) beabsichtigten Nichtdiskriminierungsgebot und den Grundsätzen des freien Personen- und freien Dienstleistungsverkehrs.

-   2. Bedingungen für die Verleihung des Europäischen Zertifikats für Psychotherapie (ECP) 2.1 Das Europäische Zertifikat für Psychotherapie (ECP) wird an PsychotherapeutInnen verliehen, welche ihre psychotherapeutische Ausbildung abgeschlossen haben. 2.2  Das ECP wird vom Europäischen Verband für Psychotherapie verliehen, entsprechend den vom EAP festgesetzten Kriterien, wobei eine Befürwortung der Nationalen Anerkennungs-Organisationen (NAO), welche vom EAP als solche anerkannt sein müssen, sowie eine Genehmigung der Europaweiten Organisation (EWO), welche die betreffende Psychotherapiemethode repräsentiert, vorliegen muss. 2.3. Üblicherweise werden die Voraussetzungen für die Verleihung des ECP vom European Training Standards Committee des Vorstandes des EAP bestimmt. Wird der EAP in diesem Dokument erwähnt, meint dies das European Training Standards Committee im Auftrag des EAP, vorausgesetzt, dass es nicht ausdrücklich anders erklärt wird. 2.4  Das ECP wird das erste Mal für die Dauer von 5 Jahren verliehen. 2.5  Um die anfallenden administrativen Kosten zu decken, wird für die Verleihung des ECP eine Gebühr eingehoben, welche zwischen dem jeweiligen nationalen Dachverband (NUO) und dem EAP aufgeteilt wird. -   3. Anerkannte Körperschaften, die an der Verleihung des ECP beteiligt sind 3.1. Nationale Anerkennungs-Organisationen (NAOs) 3.1.1 Dies muss der Nationale Dachverband (NUO) sein. Darunter ist jene einzige Organisation eines Landes zu verstehen, die vom EAP als größte Organisation im jeweiligen Land anerkannt wird und die das größte Spektrum an verschiedenen psychotherapeutischen Methoden verkörpert. Falls aber kein nationaler Dachverband existiert, muss es eine Mitgliedsorganisation des EAP sein, welche in dem betreffenden Land beheimatet und vom EAP als geeignet bestätigt wird, als Nationale Anerkennungs-Organisation aufzutreten. 3.1.2

Die Nationale Anerkennungs-Organisation muss ethische Richtlinien, eine Beschwerdekommission sowie Ausbildungsstandards, Anerkennungsverfahren für Ausbildungseinrichtungen und Übergangsbestimmungen vorweisen können, welche den Kriterien des EAP entsprechen.

3.2  Europaweite Organisation (EWO) 3.2.1 Diese muss eine Mitgliedsorganisation des EAP und vom EAP als einzige eine bestimmte Psychotherapiemethode vertretende Organisation anerkannt sein. Die Psychotherapiemethode muss entsprechend den EAP-Kriterien als eine gültige anerkannt sein (siehe Punkt 4). 3.3  Ausbildungseinrichtung 3.3.1 Diese muss den Kriterien des EAP, der zuständigen NAO und - falls vorhanden - der EWO für die entsprechende Methode der Ausbildung auf dem Niveau des ECP entsprechen. Ebenso muss sie den ethischen und administrativen Standards entsprechen, wie sie von den NAOs vorgegeben sind. 3.4 Der Europäische Verband für Psychotherapie   Wenn nicht anders angeführt, bedeuten Hinweise auf den EAP den Vorstand des EAP oder ein andere vom Vorstand beauftragte Gliederung des EAP, in der Regel das European Training Standards Committee. -   4. Psychotherapie-Methoden, die nach Absolvierung der Ausbildung die Verleihung des ECP ermöglichen 4.1  Die verwendete Methode muss ausreichend definiert sein und klare theoretische Grundlagen in den Humanwissenschaften nachweisen können. 4.2 

Die Theorie muss mit Praxis ergänzt und auf viele Problemfelder anwendbar sein sowie ihre Effektivität nachgewiesen haben.

4.3  Die Methode muss sowohl vom EAP als wissenschaftlich, als auch in verschiedenen europäischen Ländern bei relevanten Berufsvereinigungen als gültig anerkannt sein. -   5. Dauer und Inhalt der psychotherapeutischen Ausbildung 5.1  Die Gesamtdauer der Ausbildung beträgt 7 Jahre und umfasst nicht weniger als 3200 Stunden Davon müssen die letzten vier Jahre in einer psychotherapeutischen Fachausbildung geleistet werden. In Zusammenarbeit mit den NAOs und den EWOs wird der EAP die Aufteilung der Ausbildungselemente bestimmen, deren Absolvierung für die Verleihung des Europa-Zertifikats nötig sind. 5.2  Die Ausbildung muss von einer Nationalen Anerkennungs-Organisation (NAO), von der entsprechenden Europaweiten Organisation, sofern diese Mitglied des EAP ist, und gegebenenfalls von anderen beruflichen Körperschaften, welche das ETSC für diesen Zweck anerkennt, anerkannt sein. 5.3  Supervision und Lehrtherapie müssen von PsychotherapeutInnen angeboten werden, deren Ausbildung den Kriterien, welche für die Erlangung des ECP notwendig sind, entsprechen. Dies gilt auch für andere KandidatInnen, wie auch immer der EAP diese benennen wird. 5.4  Die Ausbildung muss den EAP-Kriterien einer psychotherapeutischen Grundausbildung entsprechen und folgende Bereiche beinhalten: 5.4.1 Psychotherapeutische Selbsterfahrung oder Gleichwertiges
Dies soll Lehranalyse, Selbsterfahrung und andere Methoden, die Elemente von Selbstreflexion, Eigentherapie und persönlicher Erfahrung beinhalten, einschließen. Es gibt keinen einheitlichen Begriff, der in allen Psychotherapiemethoden gleichlautend verwendet wird. Jede Ausbildung soll entsprechend sicherstellen, dass AusbildungskandidatInnen ihre persönliche Verstrickungen und deren Auswirkungen auf den Psychotherapieprozess erkennen und damit adäquat in der Psychotherapie umgehen können, entsprechend der spezifischen Methode, in der sie ausgebildet sind.
5.4.2 Theoretisches Studium
 Es gibt einen allgemeinen Teil in Form eines Universitätsstudiums oder einer Berufsausbildung und ein Fachspezifikum für Psychotherapie. Universitätslehrgänge, die zu einer ersten Graduierung führen, oder Berufsausbildungen, die eine gleichwertige berufliche Qualifikation in einem für die Psychotherapie relevanten Fachgebiet bieten, können als Teil oder zur Gänze für den allgemeinen Teil der Psychotherapie-Ausbildung anerkannt werden, zählen aber auf keinen Fall für die vier Jahre des psychotherapeutischen Fachspezifikums. Das Fachspezifikum soll folgende Bereiche enthalten:
5.4.2.1 Theorien zur Entwicklung des Menschen, den gesamten Lebenszyklus betreffend, einschließlich der Sexualentwicklung 5.4.2.2 Verstehen anderer psychotherapeutischer Ansätze 5.4.2.3 Eine Theorie der Veränderung 5.4.2.4 Verstehen sozialer Bedingungen im Bezug zur Psychotherapie 5.4.2.5 Psychopathologie-Theorien 5.4.2.6 Theorien der Einschätzung und Intervention 5.4.3 Praktische Erfahrung
 Diese schließt genügend psychotherapeutische Praxis unter fortlaufender, der eigenen psychotherapeutischen Methode entsprechender Supervision von mindestens 2 Jahren ein.
5.4.4 Praktikum in einer Einrichtung des Gesundheitswesen oder gleichwertige Berufserfahrung
Das Praktikum muss eine hinreichende Erfahrung mit psychosozialen Krisen und Zusammenarbeit mit anderen im Gesundheitsbereich tätigen Fachkräften sicherstellen.
6. Abschluss der Ausbildung 6.1

Am Ende der siebenjährigen Ausbildung muss der/die AusbildungskandidatIn persönliche, soziale und berufliche Reife nachweisen und sich verpflichten, nach den ethischen Richtlinien der jeweiligen NAO (Nationalen Anerkennungs-Organisation) zu arbeiten. Die NAO wird festlegen, wie dies von den Ausbildungseinrichtungen eingeschätzt werden soll.

6.2

Es wird eine Einschätzung sowohl der theoretischen als auch der praktischen Arbeit geben.

6.3 Der/Die PsychotherapeutIn muss Mitglied einer Psychotherapievereinigung sein, die von der NAO anerkannt ist und befriedigende ethische Standards und Beschwerdestellen nachweisen muss. 6.4 Der/Die PsychotherapeutIn muss eine abgeschlossene Grundausbildung bei einer anerkannten Ausbildungseinrichtung sowie eine Fortbildung bei dieser oder einer anderen Ausbildungseinrichtung in der selben Methode nachweisen. 7. Berufungsverfahren 7.1 Falls eine NAO die Verleihung des Europa-Zertifikates an eine/n BewerberIn verweigert, welche/r eine Psychotherapieausbildung nach einer vom EAP als wissenschaftlich anerkannten Methode mit allen erforderlichen Ausbildungsschritten nachweisen kann, kann die anerkannte Europaweite Organisation, welche die entsprechende Methode vertritt, vom EAP beauftragt werden, in dieser Angelegenheit genauer zu ermitteln. Sollte sich herausstellen, dass die NAO ohne entsprechende Gründe gehandelt hat, kann der EAP ihr den Status als NAO entziehen. 7.2 Falls eine EWO die Methode einer Ausbildungseinrichtung, welche von der NAO anerkannt ist, nicht akzeptiert, kann die NAO den EAP beauftragen, in dieser Angelegenheit genauer zu ermitteln. Sollte sich herausstellen, dass die EWO ohne entsprechende Gründe gehandelt hat, kann der EAP ihr die Anerkennung als EWO entziehen. 7.3 Ausbildungseinrichtungen, die von der NAO als anerkennende Organisationen nicht befürwortet werden, können - bei Fehlen einer entsprechenden EWO - sich direkt an das ETSC wenden, welche die jeweilige Einrichtung an den Vorstand des EAP zur Anerkennung empfiehlt, falls es angemessen erscheint. 8. ECP-Verleihungsverfahren 8.1 Die Verleihung des ECP wird in folgenden Schritten vollzogen: 8.2 Nationale Dachorganisationen oder - in Abwesenheit einer solchen - eine geeignete bestehende nationale Organisation werden sich um Anerkennung beim European Standard Committee (ETSC) des EAP als NAO (Nationale Anerkennungs-Organisation) bewerben. 8.3 Das ETSC wird diese dem EAP-Vorstand empfehlen, wenn sie geeignet erscheinen. 8.4 Nationale Anerkennungs-Organisationen (NAOs) werden dem ETSC die entsprechenden Unterlagen jeder Ausbildungseinrichtung vorlegen, welche PsychotherapeutInnen für das ECP auszubilden wünscht. Aus diesen Unterlagen muss hervorgehen, dass die Ausbildungseinrichtung/en den EAP Kriterien entsprechen. 8.5 Das ETSC wird normalerweise die der Methode entsprechende EWO zu Rate ziehen und kann ebenso ein unabhängiges wissenschaftliches Gutachten zu den vorgelegten Unterlagen einholen. 8.6 Das ETSC wird die Ausbildungseinrichtung der NAO zur Anerkennung weiterempfehlen, wenn sie geeignet erscheint. 8.7 Entsprechend qualifizierte PsychotherapeutInnen, welche sich um das ECP bewerben, müssen einen Antrag an ihre NAO stellen und diesem eine Aufstellung Ihrer Studien, die von ihren Ausbildungseinrichtung bestätigt sind, die Gebühr und ein Foto beilegen. 8.8 Falls die NAO die Verleihung an den/die BewerberIn befürwortet, empfiehlt sie dies dem EAP.
Der EAP kann:
8.8.1 die NAO zur Verleihung des ECP bevollmächtigen 8.8.2 den Antrag zurückweisen 8.8.3 weitere Informationen anfordern, wie z.B. die Ausbildungsunterlagen des/der BewerberIn 8.9 Für eine begrenzte Zeit wird es für bereits tätige PsychotherapeutInnen ein eigenes Verfahren der Verleihung des ECP geben (s. Punkt 10). 9. Verzeichnis der ECP-Inhaber und Streichung von Namen aus dem Register 9.1 Der EAP-Vorstand wird ein Verfahren entwickeln, um detaillierte Informationen über die InhaberInnen des ECP aufzuzeichnen, welche die NAOs sowohl durch ihre Genauigkeit als auch durch ihre Zugänglichkeit zufrieden stellen werden. 9.2 Der EAP kann diese Liste via Datenverarbeitung oder in anderer Weise veröffentlichen und für Anfragen zur Verfügung stellen. 9.3 Die NAOs verpflichten sich, den EAP umgehend über jede/n Psychotherapeuten/in zu informieren, deren/dessen Eintragung aufgehoben wurde, so dass die Liste entsprechend modifiziert werden kann. -   10. Übergangsbestimmungen ("Grandparenting")  

Jede Einführung neuer beruflicher Qualifikationen bedeutet auch, dass der Status der schon einschlägig Berufstätigen anerkannt werden muss. Dies ist besonders wichtig, wenn die Qualifikation bedeutet, dass deren Besitz notwendig ist, um Berufsrechte zu erhalten, wie es durch das ECP geschehen könnte.

Es könnte angebracht sein, darauf zu bestehen, dass einige praktizierende PsychotherapeutInnen nachweisen, dass sie eine den EAP Kriterien entsprechende Ausbildung absolviert haben; dies wäre aber für bereits tätige PsychotherapeutInnen unzumutbar, die schon als ExpertInnen auf ihrem Gebiet anerkannt werden, aber ihre Fachkenntnisse teilweise oder gänzlich in ihrer beruflichen Tätigkeit erworben haben. Das ist die übliche Situation bei neuen Methoden oder in Ländern, wo sich Psychotherapie schnell entwickelt, so wie dies in vielen osteuropäischen Ländern der Fall ist.

Bereits tätige PsychotherapeutInnen, die dadurch, dass sie ihre Fachkenntnisse durch praktische Tätigkeit und nicht durch Ausbildung erworben haben, anerkannt sind, sind als "Grandparents" zu bezeichnen, und der Vorgang der Anerkennung von Fachkenntnissen, erworben durch praktische Tätigkeit , als "grandparenting". Berufstätige PsychotherapeutInnen, welche sich in Ausbildung befinden oder diese kürzlich abgeschlossen haben, fallen normalerweise nicht unter die Übergangsbestimmungen, können aber ihre Ausbildung rückwirkend anerkennen lassen.

10.1 Übergangsbestimmungen müssen auf folgenden Prinzipien aufbauen: 10.1.1 die hohen Standards des European Certificate werden beibehalten; 10.1.2 die NAOs verleihen weiterhin das ECP; 10.1.3 der EAP hat durch das ETSC die endgültige Hochheit der Verleihung des ECP; 10.1.4 die Rolle der entsprechenden EWO zur Überwachung der Ausbildungsstandards innerhalb einer bestimmten Methode wird anerkannt; 10.1.5 die unterschiedlichen internen Vereinbarungen, die von den verschiedenen NAOs übernommen werden, müssen in Betracht gezogen werden. 10.1.6 Staaten ohne NAOs dürfen beim Verleihungsverfahren des ECP nicht benachteiligt werden. 10.2. Kriterien für Übergangsbestimmungen: 10.2.1 Der/Die bereits tätige PsychotherapeutIn muss in einer vom EAP anerkannten Psychotherapiemethode Fachkenntnisse besitzen. 10.2.1.1 Die Anerkennung einer Methode erfolgt auf Empfehlung der entsprechenden EWO oder der wissenschaftlichen Validierungs-Subkommission oder beider. 10.2.1.2 Es ist notwendig,dass der/die bereits tätige PsychotherapeutIn von einer nationalen Anerkennungs-Organisation empfohlen wurde, welche den EAP überzeugt hat, dass sie dem Land entsprechende Übergangsregelungen entwickelt hat; ebenso muss gewährleistet sein, dass die Anerkennung der EWO vorliegt, welche die Psychotherapiemethode vertritt, die der/die BewerberIn ausübt. 10.2.1.3 Die theoretischen Kenntnisse und die sachkundige Praxis des/der bereits tätigen PsychotherapeutIn in einer psychotherapeutischen Methode müssen nach einer von der NAO vorgelegten und vom EAP akzeptieren Verfahren berücksichtigt werden. 10.2.1.4 Solche Verfahren können einen Reflexionsprozess oder Interviews in einem Team von FachkollegInnen sowie eine Wahl durch FachkollegInnen in eine Berufsvereinigung beinhalten, 10.2.1.5 ebenso werden Publikationen, in denen entsprechendes theoretisches Fachwissen aufgezeigt wird, in Betracht gezogen. 10.2.1.6 Der/die bereits tätige PsychotherapeutInn muss eine selbständige Berufspraxis in einer bestimmten Psychotherapiemethode für so lange Zeit nachweisen können, dass die Anwendung von Übergangsregelungen adäquat erscheint; darüber befindet der EAP. 10.2.2 Es ist nötig, dass das Ausmaß der Fachkenntnis des/der bereits tätigen PsychotherapeutIn dem derer entspricht, die nach den ECP Standards ausgebildet wurden. 10.2.3 Der/Die bereits tätige PsychotherapeutIn muss sich an ethische Richtlinien orientieren, die mit denen des EAP vereinbar sind. 10.2.4 Wenn aufgezeigt wird, dass es unangebracht wäre, eine/n bereits tätige/n PsychotherapeutIn/en Einschätzungen oder weiterer Ausbildung zu unterziehen, gilt die Übergangsregelung. 10.3 Verfahrensweise  

Sobald Psychotherapiemethoden anerkannt sind, eine Nationale Anerkennungs-Organisation, entsprechend den in Punkt 3.1 angeführten Kriterien eingerichtet ist und ihre Übergangsregelungen bestätigt sind, können NAOs Namen von BewerberInnen für die Verleihung des ECP nach den Übergangsregelungen vorlegen. Jede NAO wird zwei Jahre zur Verfügung haben, vom Zeitpunkt der Vorlage des ersten Bewerbung bis zum Abschluss der Bearbeitung aller Anträge von BewerberInnen nach den Übergangsregelung. Normalerweise werden nach Ablauf dieser Zeit weitere Anträge nach den Übergangsbestimmungen vom EAP nicht mehr angenommen. Von den NAOs wird deshalb erwartet, dass sie solange keine Bewerbungen nach den Übergangsregelungen vorlegen, ehe sie nicht die dazu nötigen nationalen Verfahrensstrukturen etabliert haben.

Europäisches Zertifikat für Psychotherapie Rom, am 29. Juni 1997

EAP Präsident 1996/97
 Riccardo Zerbetto
Vizepräsident 1996/97 
 Heiner Bartuska 
Vizepräsident 1996/97
Michel Meignant

November 26, 2010 von admin

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